Home » Artikel » Gespa und ESBK: Die Aufsichtsbehörden für Sportwetten in der Schweiz erklärt

Gespa und ESBK: Die Aufsichtsbehörden für Sportwetten in der Schweiz erklärt

Gespa und ESBK als Aufsichtsbehörden für Sportwetten in der Schweiz

Ladevorgang...

Zwei Behörden, eine Aufgabe: Schweizer Geldspiele regulieren

Patrik Eichenberger von der Gespa hat es auf den Punkt gebracht: Die staatliche Regulierung des Markts soll Betrug verhindern sowie die Spielenden und die Integrität des Sports schützen. Das ist keine Bürokratenprosa, sondern die Kernaufgabe zweier Behörden, die das Schweizer Glücksspiel beaufsichtigen – die Gespa und die ESBK. Für Skrill-Nutzer ist das relevant, weil diese Behörden bestimmen, bei welchen Anbietern Sie legal wetten dürfen und welche Schutzrechte Sie als Spieler haben.

Die Aufgabenteilung zwischen Gespa und ESBK verwirrt viele Nutzer – verständlicherweise, denn beide regulieren Geldspiele, aber in unterschiedlichen Bereichen und mit unterschiedlichen Instrumenten. Die Gespa beaufsichtigt Lotterien und Sportwetten, die ESBK kümmert sich um Spielbanken und Online-Casinos. Wer den Unterschied kennt, versteht das Schweizer System – und navigiert sicherer durch den Sportwetten-Markt. In neun Jahren als Sportwetten-Zahlungsexperte habe ich die Arbeit beider Behörden aus verschiedenen Perspektiven beobachtet, und ihre Bedeutung für den Schutz der Spieler kann kaum überschätzt werden.

Die Gespa: Aufgaben und Zuständigkeit

Eichenberger hat auch die Wirksamkeit der bestehenden Massnahmen beschrieben: Die Sperre hält weitestgehend, was sie versprochen hat – sie kann mit technischen Mitteln umgangen werden, ermöglicht den Spielenden aber informierte Entscheidungen. Diese Aussage fasst die Philosophie der Gespa zusammen: Regulierung als Rahmensetzung, nicht als Totalüberwachung.

Die Interkantonale Geldspielaufsicht – kurz Gespa – ist die Aufsichtsbehörde für Grossspiele. Grossspiele umfassen Lotterien und Sportwetten, die von den interkantonalen Lotteriegesellschaften (Swisslos in der Deutschschweiz, Loterie Romande in der Westschweiz) angeboten werden. Die Gespa überwacht, dass diese Anbieter die gesetzlichen Vorgaben einhalten, und sorgt für den Schutz der Spieler.

Die Gespa ist keine Bundesbehörde, sondern eine interkantonale Institution – sie wird von den Kantonen getragen und finanziert. Das ist ein wichtiger Unterschied: Während die ESBK als Bundesbehörde operiert, arbeitet die Gespa im föderalen System der Schweiz und bildet die Brücke zwischen den 26 Kantonen in Fragen der Geldspielaufsicht. Ihre Zuständigkeit umfasst die Aufsicht über die Lotteriegesellschaften, die Genehmigung von Grossspielen und die Überwachung der Einhaltung des Geldspielgesetzes BGS im Bereich der Grossspiele. Die Gespa prüft auch, ob Werbemassnahmen der Anbieter den gesetzlichen Vorgaben entsprechen – ein Aspekt, der für die Integrität des Markts zentral ist.

Für Sportwetten-Nutzer ist die Gespa die Behörde, die die Regeln für den legalen Wettmarkt setzt. Eichenberger hat klargestellt, dass es unzulässig wäre, wenn Schweizer Medien Werbung für nicht zugelassene Geldspielangebote machten. Das zeigt den Fokus der Gespa: Schutz des regulierten Markts vor illegaler Konkurrenz und Schutz der Spieler vor unlauteren Anbietern.

Die ESBK: Spielbankenaufsicht und Sperrliste

Die Eidgenössische Spielbankenkommission – ESBK – ist die Bundesbehörde für Spielbanken und Online-Casinos. Ihre Zuständigkeit umfasst die Lizenzierung und Überwachung von Spielbanken, die Verwaltung der Spielsperren und die Führung der DNS-Sperrliste für illegale Online-Anbieter.

Die ESBK hat 2026 insgesamt 18 216 neue Spielsperren verhängt – ein Anstieg von 23 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Spielsperren betreffen primär den Spielbankenbereich, wirken sich aber auch auf Sportwetten aus, da gesperrte Spieler bei allen lizenzierten Anbietern blockiert werden. Die Sperrliste der ESBK umfasst mittlerweile über 2 600 blockierte Domains – eine der umfangreichsten DNS-Sperrlisten im europäischen Glücksspielmarkt.

Die ESBK ist auch für die Durchsetzung des Geldspielgesetzes im Online-Bereich zuständig. Sie identifiziert illegale Anbieter, setzt deren Domains auf die Sperrliste und arbeitet mit den Internet-Service-Providern zusammen, um den Zugang zu blockieren. Diese Arbeit ist ein fortlaufender Prozess – neue illegale Domains tauchen regelmässig auf, und die ESBK muss kontinuierlich nachziehen. Die Behörde verfügt über spezialisierte Teams, die das Internet systematisch nach nicht lizenzierten Angeboten durchsuchen und neue Sperren beantragen. Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnerbehörden verstärkt diesen Prozess.

Seit Januar 2026 greift zudem das Abkommen zwischen der Schweiz und Liechtenstein zum gegenseitigen Austausch von Spielsperrdaten. Die ESBK koordiniert den Schweizer Teil dieses Austauschs, der die grenzübergreifende Wirksamkeit von Spielsperren deutlich verbessert hat.

Was bedeuten Gespa und ESBK für Skrill-Nutzer?

Skrill selbst untersteht weder der Gespa noch der ESBK – als Zahlungsdienstleister wird Skrill von der britischen FCA und der irischen CBI reguliert. Aber die Entscheidungen von Gespa und ESBK beeinflussen, wie Sie Skrill für Sportwetten nutzen können.

Erstens: Die Gespa bestimmt, welche Sportwetten-Anbieter in der Schweiz legal operieren dürfen. Nur bei diesen Anbietern können Sie Skrill legal für Sportwetten einsetzen. Wenn ein Anbieter keine Schweizer Lizenz hat, ist Ihre Skrill-Einzahlung zwar technisch möglich, aber Sie bewegen sich ausserhalb des regulierten Rahmens.

Zweitens: Die ESBK verwaltet die Spielsperren. Wenn Sie eine Spielsperre erhalten, können Sie bei keinem lizenzierten Anbieter einzahlen – auch nicht über Skrill. Ihr Skrill-Konto bleibt aktiv, aber die Verbindung zum Buchmacher wird unterbrochen.

Drittens: Die DNS-Sperrliste der ESBK blockiert den Zugang zu nicht lizenzierten Anbietern. Skrill wird davon nicht betroffen – Sie können Ihr Wallet uneingeschränkt nutzen. Aber die Anbieter, bei denen Sie illegal wetten könnten, werden für Schweizer Nutzer zunehmend schwerer erreichbar. Die Sperrliste wächst stetig – von rund 1 000 Domains 2023 auf über 2 600 Ende 2026 – und die Behörden arbeiten kontinuierlich daran, neue illegale Angebote zu identifizieren und zu blockieren.

Mein Rat: Sehen Sie Gespa und ESBK nicht als Hindernisse, sondern als Schutzschilde. Die Regulierung stellt sicher, dass Ihr Geld bei lizenzierten Anbietern sicher ist, dass Sie im Streitfall eine Beschwerdestelle haben und dass Ihre Gewinne garantiert ausgezahlt werden. Ohne diese Behörden wäre der Schweizer Sportwettenmarkt ein Wilder Westen – und Ihr Skrill-Guthaben wäre deutlich weniger sicher. Das Schweizer Modell mit seiner klaren Aufgabenteilung zwischen Gespa und ESBK gilt international als vorbildlich und wird von anderen Ländern als Referenz genutzt, wenn sie ihre eigene Glücksspielregulierung aufbauen oder reformieren. Für Sie als Nutzer ist das kein akademischer Fakt, sondern ein praktischer Vorteil: Sie bewegen sich in einem der best-regulierten Sportwettenmärkte Europas.

Was ist der Unterschied zwischen Gespa und ESBK?

Die Gespa überwacht Grossspiele (Lotterien und Sportwetten), die von den interkantonalen Lotteriegesellschaften angeboten werden. Die ESBK ist die Bundesbehörde für Spielbanken und Online-Casinos. Beide arbeiten unter dem Geldspielgesetz BGS, aber in unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen.

Kann die ESBK mein Skrill-Konto sperren?

Nein. Die ESBK hat keine direkte Zuständigkeit über Skrill als Zahlungsdienstleister. Eine Spielsperre der ESBK betrifft Ihr Wettkonto beim Buchmacher, nicht Ihr Skrill-Wallet. Ihr Skrill-Konto bleibt bei einer Spielsperre uneingeschränkt nutzbar – nur die Einzahlung bei lizenzierten Buchmachern wird blockiert.