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DNS-Sperre bei Sportwetten in der Schweiz: Was blockiert wird und warum

DNS-Sperre bei Sportwetten in der Schweiz erklärt

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Über 2 600 Domains gesperrt: Die Schweizer DNS-Sperre erklärt

Ich habe einmal versucht, die Website eines bekannten internationalen Buchmachers aus der Schweiz aufzurufen – nicht um zu wetten, sondern um die Quotenstruktur zu recherchieren. Die Seite lud nicht. Stattdessen eine Fehlermeldung. Willkommen in der Welt der Schweizer DNS-Sperre.

Patrik Eichenberger, stellvertretender Direktor der Gespa, hat den Mechanismus klar beschrieben: Der Zugang zu ausländischen Anbietern, die sich nicht freiwillig aus dem Schweizer Markt zurückgezogen haben, wird mittels DNS-Sperre blockiert. Bis Dezember 2026 umfasste die ESBK-Sperrliste über 2 600 blockierte Domains – ein Anstieg von mehr als 160 % seit 2023, als es noch rund 1 000 waren. Die Sperre wächst, weil immer neue illegale Anbieter auftauchen und die Behörden konsequent nachziehen. Für Sportwetten-Nutzer in der Schweiz ist das kein theoretisches Thema – es betrifft jeden, der versucht, auf einen nicht lizenzierten Anbieter zuzugreifen.

Wie die DNS-Sperre technisch funktioniert

Eichenberger hat auch die technische Seite angesprochen: Die DNS-Sperre kann mit einem VPN umgangen werden, was technisch bedingt ist – aber man muss dies bewusst tun und weiss dann, dass man bei einem nicht autorisierten Anbieter spielt. Genau das ist der Punkt: Die Sperre ist eine Informationsbarriere, keine unüberwindbare Mauer.

Technisch funktioniert eine DNS-Sperre wie folgt: Wenn Sie eine Website-Adresse in Ihren Browser eingeben, fragt Ihr Computer einen DNS-Server (Domain Name System), welche IP-Adresse hinter dieser Adresse steckt. Normalerweise liefert der DNS-Server die richtige Adresse, und Ihr Browser lädt die Seite. Bei einer DNS-Sperre ist der DNS-Server Ihres Schweizer Internetanbieters angewiesen, die Anfrage für bestimmte Domains nicht zu beantworten oder auf eine Sperrseite umzuleiten.

Das bedeutet: Die Website des gesperrten Anbieters existiert weiterhin – sie ist nur über Schweizer DNS-Server nicht erreichbar. Wer einen alternativen DNS-Server nutzt (etwa über ein VPN), umgeht die Sperre technisch. Das ist kein Geheimnis und kein Hack – es ist eine bekannte Einschränkung des DNS-Sperrmechanismus, die auch die Behörden kennen und akzeptieren. Die Sperre richtet sich nicht gegen technisch versierte Nutzer, die bewusst Sperren umgehen, sondern gegen den Gelegenheitsnutzer, der zufällig auf einer illegalen Seite landet.

Für Skrill-Nutzer ändert die DNS-Sperre an der Wallet-Funktionalität nichts. Skrill selbst wird nicht gesperrt – die Sperre betrifft die Websites der Buchmacher, nicht die Zahlungsdienstleister. Sie können Ihr Skrill-Konto uneingeschränkt nutzen, auch wenn bestimmte Buchmacher in der Schweiz gesperrt sind. Das ist ein wichtiger Punkt, der oft missverstanden wird: Die DNS-Sperre zielt auf die Spielplattform, nicht auf das Zahlungsinstrument. Ihre Einzahlungen, Auszahlungen und die gesamte Wallet-Verwaltung funktionieren genau wie vorher – unabhängig davon, wie viele Domains auf der ESBK-Liste stehen.

ESBK-Sperrliste: Umfang und Wachstum seit 2023

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Von rund 1 000 gesperrten Domains 2023 auf über 2 600 Ende 2026 – das ist mehr als eine Verdoppelung in zwei Jahren. Die ESBK aktualisiert die Liste regelmässig und fügt neue Domains hinzu, sobald sie als illegal identifiziert werden.

Die gesperrten Domains umfassen Online-Casinos, Sportwetten-Anbieter, Poker-Plattformen und andere Glücksspielseiten, die ohne Schweizer Lizenz operieren. Manche dieser Anbieter sind international bekannt und in anderen Ländern legal – in der Schweiz aber nicht zugelassen. Die Sperrliste unterscheidet nicht zwischen seriösen und unseriösen Anbietern: Wer keine Schweizer Lizenz hat, wird gesperrt. Das ist die konsequente Umsetzung des Geldspielgesetzes BGS, unabhängig von der Reputation des Anbieters im Ausland. Ein Buchmacher, der in Malta oder Gibraltar vollständig lizenziert ist, steht auf derselben Sperrliste wie ein Fly-by-Night-Anbieter aus einer unregulierten Jurisdiktion. Für den Schweizer Gesetzgeber zählt nur eine Frage: Gibt es eine Schweizer Lizenz? Wenn nicht, wird gesperrt.

Die ESBK veröffentlicht die Sperrliste nicht vollständig auf ihrer Website – aus taktischen Gründen. Eine öffentliche Liste würde es Nutzern paradoxerweise erleichtern, genau die Anbieter zu finden, die gesperrt sein sollten. Stattdessen wird die Liste den Schweizer Internetanbietern (ISPs) direkt übermittelt, die die Sperren technisch umsetzen.

Was sich seit 2023 geändert hat: Die Behörden gehen aggressiver vor. Neue Domains werden schneller identifiziert und gesperrt, und die Kooperation zwischen ESBK, Gespa und den ISPs ist effizienter geworden. Die Prozesse wurden automatisiert, sodass neue Sperren innerhalb von Tagen statt Wochen umgesetzt werden können. Gleichzeitig reagieren illegale Anbieter mit neuen Domains, Mirror-Sites und alternativen Zugangswegen – ein Katz-und-Maus-Spiel, das sich vermutlich noch lange fortsetzen wird. Für den Schweizer Sportwetten-Nutzer ist das ein Zeichen: Die Behörden nehmen den Schutz des regulierten Markts ernst und investieren kontinuierlich in die Durchsetzung.

Risiken für Spieler bei gesperrten Anbietern

Eichenberger von der Gespa hat es deutlich formuliert: Das Angebot illegaler Online-Anbieter ist einzig von monetären Interessen geleitet. Das ist keine diplomatische Floskel, sondern eine Warnung, die Sportwetten-Nutzer ernst nehmen sollten.

Wer bei einem gesperrten Anbieter spielt, bewegt sich ausserhalb des regulierten Rahmens. Das bedeutet konkret: Kein Spielerschutz nach BGS, keine Spielsperre als Sicherheitsnetz, kein Zugang zum Schweizer Beschwerdesystem und keine Garantie, dass Gewinne ausgezahlt werden. Wenn ein nicht lizenzierter Anbieter Ihren Gewinn nicht auszahlt, haben Sie keine regulatorische Instanz, die für Sie interveniert. Ihr Geld ist weg, und Ihre Rechtsmittel sind bestenfalls theoretisch. Ich habe in Foren Dutzende Geschichten gelesen, in denen Nutzer vierstellige Beträge bei illegalen Anbietern verloren haben – nicht durch verlorene Wetten, sondern durch nicht ausgezahlte Gewinne.

Die steuerliche Behandlung von Gewinnen bei nicht lizenzierten Anbietern ist ebenfalls unklar. Der Steuerfreibetrag von einer Million Franken gilt explizit für zugelassene Geldspiele. Ob Gewinne bei einem gesperrten Anbieter unter diese Befreiung fallen, ist rechtlich umstritten – ein zusätzliches Risiko, das viele nicht bedenken.

Mein Rat aus der Praxis: Bleiben Sie bei lizenzierten Anbietern und nutzen Sie Skrill innerhalb des legalen Rahmens. Die Auswahl mag kleiner sein als auf dem internationalen Markt, aber die Sicherheit, die eine Schweizer Lizenz bietet, wiegt die vermeintlichen Vorteile illegaler Anbieter bei weitem auf.

Kann ich trotz DNS-Sperre bei einem ausländischen Anbieter spielen?

Technisch ist das mit einem VPN möglich, aber Sie spielen dann bewusst bei einem nicht lizenzierten Anbieter. Das bedeutet: kein Spielerschutz, kein Beschwerderecht und keine Garantie für Auszahlungen. Die DNS-Sperre ist eine Warnung, keine Einladung zur Umgehung.

Wie oft wird die ESBK-Sperrliste aktualisiert?

Die ESBK aktualisiert die Sperrliste regelmässig und fügt neue Domains hinzu, sobald sie identifiziert werden. Die genaue Frequenz ist nicht öffentlich, aber die Anzahl der gesperrten Domains wächst stetig – von rund 1 000 in 2023 auf über 2 600 Ende 2026.